Zusammenfassung

Covid-19 hat die Bildungswege einer ganzen Generation von Schülerinnen und Schülern erschüttert, Ausbildung und Studium wurden abrupt unterbrochen. Eltern mussten in einer nie dagewesenen Weise und verbunden mit massiven Belastungen in die Bildung ihrer Kinder eingebunden werden. Eine erfolgreiche Bewältigung dieser Bildungskrise ist möglich. Bedingung dafür ist, die Weichen in jeder Dimension des Bildungswesens neu zu stellen. Anspruch muss sein, das bestmögliche Bildungssystem zu schaffen. Keine geringere Erwartung werden Kindeskinder an die heutige Generation stellen.

Im Vordergrund steht, dass jeder Mensch in jeder Lebensphase und immer wieder von Neuem jene Bildung erhält, die für die freie und vollumfängliche Entfaltung der eigenen Talente und Fähigkeiten notwendig ist. Vielfältig bestehende Bildungsungerechtigkeiten zu reduzieren, ist dabei von zentraler Bedeutung. Deshalb sollten sich Bund, Länder und Kommunen auf einen Zukunftspakt beste Bildung für alle verständigen. Es gilt ein Kooperationsgebot, kein Kooperationsverbot. Gerade die ersten Jahre der frühkindlichen Entwicklung sind entscheidend für den späteren Bildungserfolg. Deswegen sind Kindertagesstätten als tragende Säule des Bildungssystems aufzuwerten. Ein verpflichtendes KiTa-Jahr sowie frühkindliche Lernstandskontrollen sollen sicherstellen, dass kein Kind in dieser prägenden Phase benachteiligt wird. Im Zentrum einer Agenda „beste Bildung für alle“ steht die Schule der Zukunft. Sie wirkt als agiles, dynamisches und zunehmend auch hybrides Ökosystem mit professionellen Schulleitungen und engagierten Lehrkräften. Schule muss eine Start-Up-Kultur entwickeln, in der auf allen Ebenen und bei allen Beteiligten Leistungsbereitschaft, Eigeninitiative und Kreativität feste Plätze einnehmen. Erforderlich dafür ist, die Lehrkräfteausbildung flexibler und durchlässiger zu gestalten sowie eine Karriere als Spitzenlehrkraft zu ermöglichen. An der Schule der Zukunft übernehmen speziell ausgebildete und entsprechend kompetente Verwaltungs- oder IT-Kräfte die nichtpädagogischen Alltagsaufgaben. Ihren Charakter als „Werkstätte der Humanität“ (Comenius) in denen „die Menschen wirklich Menschen werden“, soll sie dabei nicht verlieren, sondern wiedergewinnen. Die Schule der Zukunft wird ein Hybrid aus Präsenz- und Digitalunterricht: Klassenraum und Cloud ergänzen sich auch nach der Coronakrise. Jede Schülerin und jeder Schüler wird mit individuellen Lernprogrammen unter Einbezug von Künstlicher Intelligenz gefördert. Digitalisierung ist dabei allerdings nur ein pädagogisches Hilfsmittel. Charakterbildung und die Entwicklung von Kompetenzen wie Führungsstärke, Kommunikationsfähigkeit und Resilienz benötigen auch weiterhin menschliche Interaktion. Um Bildungsgerechtigkeit sicherzustellen, ist es wichtig, dass neben Eltern und Lehrkräften neue Formen der Bildungsbegleitung durch Coaches und Mentoren entwickelt und gestärkt werden. Duale Bildung über alle Bildungswege führt zu mehr Durchlässigkeit und lässt die Grenzen zwischen akademischer und beruflicher Bildung verschwimmen. In alle Bildungswege ist der Umgang mit Zukunftstechnologien einzubeziehen. Hochschulen müssen als Innovationsräume verstanden werden, die Kreativität ermöglichen, Wissenschaftsfreiheit schützen und den Transfer von Wissen in die Gesellschaft und die Wirtschaft fördern. Fort- und Weiterbildung sind lebenslange Projekte. Auch wer bereits im Beruf steht und sich um die Familie kümmert, soll auf die zeitlichen und finanziellen Ressourcen für beste Bildung zählen dürfen.